KONZEPTE | ÜBER UNS


 

„Vor Silke Z.’s schonungslos-analytischem Blick fallen coole Selbstinszenierungen in sich zusammen und zeigen ihren schrumpeligen Kern: Waren es vor ein paar Jahren noch harmoniesüchtige Eso-Tanten und kraftvolle Martial-Arts-Heroen, sind es heute Stalkerinnen, ewig jungbleibende Alte oder die männlichen Kuschelkumpel der Generation 30+, die angesichts der großen Fragen des Lebens vor allem Ratlosigkeit demonstrieren. Bei Silke Z. dürfen diese Zeitgeist-Typen das tun, was die meisten erst sympathisch macht: Scheitern. In humorvollen theatralen Szenen und präzise gearbeiteten Bewegungschoreografien mit Vorliebe für brachiale Bodychecks und Tanz-Stunts wird so das Blamable zum Allzumenschlichen. Silke Z. – garantiert gefühlsstark. Erst an Schmerzgrenzen zeigt sich die Wirklichkeit.“

(Nicole Strecker, Tanzjournalistin)

KÜNSTLERISCHE LEITUNG


Silke Z.
lebt mit ihrer Familie in Köln. Nach ihrem Dipl. Sportstudium (DSHS) mit den Schwerpunkten Tanz und Ski, studierte sie Tanz am European Dance Development Center (EDDC) in Arnheim, NL und dem Moving On Center – School for Participatory Arts and Research (MOC) in San Francisco, USA.

Sie ist künstlerische Leiterin der Kompanie Silke Z./resistdance und des intergeneartionellen Ensembles DIE METABOLISTEN mit Sitz in Köln. Sie entwickelt Tanz und Performance Kunst im In- und Ausland.

Das Ensemble – ein sich stets verändernder, transdisziplinärer Denk- und Handlungsraum – mit dem Fokus Tanz und Performance beobachtet Menschen, Gesellschaft(en) und deren Bewegungsabläufe und Verschiebungen. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Künstler, Tänzer, Denker, Producer, Akquise- und Bürokräfte ermöglicht es gesellschaftliche und individuelle Bewegungen heterogen, aus verschiedenen Perspektiven betrachtend, zu untersuchen.

Ihre Produktionen wurden mehrfach ausgezeichnet u.a. 1999 und 2008 Kölner Tanzpreise, Förderpreise Freier Theater NRW Theaterzwang 2000 und 2004, 2008 und Nominierung für den Isadora Duncan Dance Award (Kalifornien).

Für ihre Jugendarbeit wurde sie für den Deutschen Theaterpreis Der Faust 2013 nominiert, zum 1. Tanztreffen der Jugend in Berlin eingeladen und 2015 mit dem Kinder – und Jugendtheaterpreis ausgezeichnet. Sie ist Fachleiterin für Tanz – und Stückentwicklung im Rahmen der Theater und Medienklasse des Kölner Albertus – Magnus – Gymnasiums und arbeitet dort regelmäßig an Produktionen mit Schüler*innen.

Silke Z. leitet die ehrenfeldstudios, eine intergenerativ und interdiszipliär ausgerichtete Produktions- und Arbeitsstätte für den freien Tanz in Köln.

Von 2004 bis 2008 kuratierte sie die Tanzreihe Tanzkonkret in Köln und von 2010 – 2012 die Performance Reihe Wie Leben geht.

2011 gründete sie gemeinsam mit sieben europäischen Partnern das Netzwerk studiotrade, das mittlerweile 15 Partner zählt und ein sehr aktives, von Künstlern geleitetes Netzwerk ist, das alternative Unterstützungen zu herkömmlichen Institutionen im Produktionsprozess für Künstler, sowie Aufführungsplattformen bietet.

2014 hat Silke Z. ein Buch zur vorangegangenen Tanzperformance-Serie Unter Uns! mit dem Titel: „UNTER UNS! – Künstlerische Forschung – Biographie – Performance“ im transcript Verlag herausgegeben. Ihre künstlerische und praktische Forschung zu dem Thema „Performing Immediacy“ findet im Rahmen einer Promotion an der Universität Falmouth (GB) statt.

Im Wintersemester 2018/2019 übernimmt sie die NRW Dozentur an der Ruhr Universität Bochum im Rahmen des M.A. Studienganges Szenische Forschung.

DIE KOMPANIE

 

Die Kompanie Silke Z. resistdance – ein sich stets verändernder, transdisziplinärer Denk- und Handlungsraum – mit dem Fokus Tanz und Performance. Die in Köln ansässige Kompanie produziert und tourt im In- und Ausland seit 1999. Sie versteht sich als eine Art offenes System, das die Forschung an Tanzperformance-Entwicklung, Zuschauerbegegnungen und dem Aufbrechen des klassischen Bühnenraums in den Mittelpunkt stellt. Unter der künstlerischen Leitung von Silke Z. beobachtet es Menschen, Gesellschaft(en) und deren Bewegungsabläufe und Verschiebungen. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Künstler, Tänzer, Denker, Producer, Akquise- und Bürokräfte ermöglicht es gesellschaftliche und individuelle Bewegungen heterogen, aus verschiedenen Perspektiven betrachtend, zu untersuchen. So entstehen mitunter transmediale Performance- und Tanztheaterstücke, die mal hinterfragend, mal provozierend oder spiegelnd, Bewusstseins-, Spür- und Denkanstöße geben.

intergenerationelles ENSEMBLE
DIE METABOLISTEN

 

DIE METABOLISTEN sind ein freies, interkulturelles und intergeneratives Tanz- Performance-Ensemble, das sich einer interdisziplinär forschenden Arbeitsweise an den Schnittstellen soziokultureller Phänomene und ihrer somatischen Manifestationen verschrieben hat. Damit verfolgen sie den Ansatz eines absolut zeitgemäßen und zeitgenössischen künstlerischen Arbeitens.

  • Intergenerativ

Die 15 Mitglieder der Metabolisten weisen einen Altersunterschied von insgesamt 44 Jahren auf. Sie folgen somit dem Ideal des sogenannten real bodies-Konzepts, einer Haltung im zeitgenössischen Tanz, die sich bewusst gegen normativ-ästhetisierende Zuschreibungen körperlicher Schönheit wendet.

  • Frei

Die Metabolisten sind als ein non-institutionelles und freies Ensemble gewillt, ihre künstlerische Arbeit in einer flach-hierarchischen Weise unter Bedingungen aufzunehmen, die ohne die Zwänge eines zu erfüllenden Zuschauer-Geschmacks auskommt. So zeigen sie sich in der Lage, eine große Schnittmenge thematischer Interessenschwerpunkte mit der Ensemble-Leitung zu bündeln und zu erforschen.

  • Interkulturell

Die Metabolisten entstammen vielfältigen sozio-kulturellen Lebens- und Sozialisations-Hintergründen und verfügen damit als Ensemble-Körper über eine hohe Diversität und Dichte mentaler und organismischer Ressourcen.

  • Interdisziplinär

Die Metabolisten arbeiten auf dem Background eines enormen Pools künstlerischer Herkünfte mit dem basalen Anspruch einer interdisziplinären Herangehensweise an sämtliche Projekte, die sie dergestalt zu künstlerischen Produkten transformieren. So entwickeln sie ein zeitgenössisches Tanztheater, welches das Leben und seine Bedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf einzigartige Weise spiegelt und transzendiert.

EHRENFELDSTUDIOS

 

Kunst ist Handlungsraum!

Mitten im Herzen von Köln-Ehrenfeld gelegen, erstreckt sich das Gelände des ehemaligen Spielezirkus mit seinen zwei Hallen, großzügigen Garderoben, Toiletten und Duschen, Foyer, Lagerräumen, Bürogebäuden und einem überdachten Innenhof, der tanzinteressiertes Publikum und die Szene selber zum Verweilen einladen soll. Auf dem Gelände entsteht ferner ein Künstlercafé, welches auf die Bedürfnisse des Tanzortes abgestimmt arbeiten wird. Die lokale Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist durch die Haltestelle der Linie 5 – Liebigstraße – optimal. In nur 2 Fußminuten erreicht man die ehrenfeldstudios. Eine regionale Anbindung ist durch die Nähe des Ehrenfelder Bahnhofs (5 Fußminuten) ebenfalls optimal gegeben. Ehrenfeld ist ein stark kulturell wachsendes Viertel, kinderreich und multikulturell. Hier haben sich kulturell aktive Orte entwickelt und stetig wachsen Neue, die vernetzend miteinander denken und arbeiten. Dabei entstehen Synergien und eine Zusammenarbeit, die sich positiv auf die Stadtgesellschaft auswirken.

Der Ort verfolgt einen intergenerationellen und interdisziplinären Arbeitsansatz und steht für künstlerische Arbeiten – Inszenierungen wie Projekte –, die durch ihr offenes, vielfältiges Menschenbild einen Ort für die Stadtgesellschaft schaffen. Künstler*innen produzieren und zeigen ihre Produktionen, vermitteln, forschen künstlerisch (partizipativ) und entwickeln ungewöhnliche Formate für jedes Alter. 

Unter der Leitung von Silke Z. und Caroline Simon arbeitet der Verein mit den aktiven Gründungsmitgliedern an der Sichtbarkeit der darstellenden Kunst – vor allem dem Tanz – und an der regionalen, überregionalen und internationalen Vernetzung. Dabei wird das intergenerationelle, interdisziplinäre und inklusive Denken gestärkt und als Perspektiverweiterung gelebt. Die Integration von neuem Wissen eröffnet innovatives Arbeiten und fördert die Entwicklung der Kunstszene.

Alle Altersgruppen sind eingeladen vor Ort eigene Erfahrungen zu machen, sich auszutauschen und in einen lebendigen Dialog zu treten.


Foto: © Meyer Originals